Weihnachten im Hochsommer?

Es ist nicht lange her, da bejubelten wir noch Schnee im Mai und hingen aus Vorfreude einen Weihnachtsmann an unsere Wohnungstür. Schaut man dieser Tage jedoch aus dem Fenster, wird einem schnell bewusst: Der Sommer ist da und mit ihm verabschiedet sich jeder Gedanke an Adventskalender, Christbaumkugel & Co. Doch habt ihr euch eigentlich je gefragt, wie es ist, Weihnachten bei Sonne, Strand und Meer zu verbringen? Gibt es einen Weihnachtsmann im Wintermantel? Haben die lokalen Weihnachtskarten winterliche Motive? Gibt es einen Weihnachtsbaum? Und wie schmeckt eigentlich Gans mit Rotkohl bei 35 Grad im Schatten?

Tausende von Menschen wählen zur schönsten (Winter)Zeit des Jahres dieses Schicksal und fliegen in den Sommer. Um endlich einmal Antworten auf diese wirklich wichtigen Fragen im Leben zu bekommen, stellen wir euch nun an dieser Stelle einen Erfahrungsbericht der anderen Art vor: eine sommerliche Weihnachtsgeschichte direkt aus der Schmiede der Onlineadventskalender-Redaktion:

„Ich liebe Weihnachten, wirklich! Und ich mag auch alles, was dazugehört: Weihnachtsbaum, Geschenke, meine vier Adventskalender, die ich von Eltern, Schwiegereltern & Co. jährlich bekomme und nicht zuletzt die 6 Kilo Gans die meine Mutter jedes Jahr am 1. Weihnachtsfeiertag der hungrigen Meute vorsetzt. Mein schönstes Weihnachten war im Jahr 2000 und das nicht etwa weil es besonders viele Geschenke gab oder die Weihnachtsferien besonders günstig fielen. Nein, es war das schönste Weihnachten, weil es tagelang schneite und diese Winterlandschaft das Beeindruckendste war, dass ich seit Langem gesehen hatte. Umso größer war der Schock, als meine Eltern verkündeten, wir würden Weihnachten 2001 am Great Barrier Reef in Australien verbringen. Um mich auf Weihnachten im Sommer gut vorzubereiten, fing ich früh an Reisevorkehrungen zu treffen. Diese beinhalteten kleine Geschenke für die Familie, ein Miniaturweihnachtsbaum, eine Lichterkette und eine Peter Schreier Weihnachts-CD. Doch egal, welche Vorkehrungen ich traf, auf das was kam, hätte ich mich nicht vorbereiten können. Den 24. Dezember verbrachten wir mit drei Tauchgängen und einem riesigen Sonnenbrand, der Tauchlehrer trug eine Zipfelmütze, statt meiner geliebten Gans gab es Kängurufleisch und der Weihnachtsmann, der bei 35 Grad im Schatten Kinder beschenkte, hatte einen Wintermantel an und war von indigener Herkunft. Kurz: ein eigentlich schöner Tag, doch mit Weihnachten hat das nicht viel zu tun. Und wer sich schon immer fragte, welche Weihnachtsdekoration sich besonderer Beliebtheit in Australien erweist, dem sei gesagt: Kunstschnee in allen Varianten und Formen.“

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.