Die Geschichte des Adventskalenders: Teil 2

Wer kennt sie nicht, die tägliche Frage der Kleinen: „Wie viele Tage sind es noch bis Weihnachten?“ So muss es auch bereits in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts bei einem kleinen Jungen namens Gerhard Lang gewesen sein. Gestresst von der ewigen Fragerei zeichnete dessen Mutter 24 Kästchen auf einen Karton und nähte auf jedes ein „Wibele“, einen Keks.

1900 bis zum Zweiten Weltkrieg

Der schwäbische Pfarrerssohn aus Maulbronn, Gerhard Lang (1881-1974), wuchs heran und wurde Verleger der lithografischen Anstalt Reichhold & Lang in München. Geprägt von seinen Kindheitserinnerungen brachte er 1903 einen gedruckten Kalender mit dem Titel „Im Lande des Christkindes“ auf den Markt. Der Kalender bestand aus einem Bogen mit 24 farbenprächtigen Bildern zum Ausschneiden und einem Bogen mit 24 Feldern zum Aufkleben. Jeden Tag in der Adventszeit durften die Kinder ein Bild ausschneiden und in ein Feld kleben. Bald setzte sich diese Form des Adventskalenders unter dem Namen „Münchner Weihnachts – Kalender“ durch. Gerhard Lang gab den Kalender in den folgenden Jahren in unterschiedlichsten Varianten heraus. Er selber dachte auch bereits daran, den Kalender mit Keksen oder Schokolade zu füllen. Doch der Nationalsozialismus bereitete der Produktion des „Münchner Weihnachts – Kalenders“ ein jähes Ende: Aufgrund der Papierknappheit und ideologischer Einwände erhielt Lang keine Genehmigung mehr seine Kalender zu drucken, alle bisher gebräuchlichen Adventskalender wurden verboten.

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